21.03.2015
St. Valentinus und Dionysius
Es gibt wohl wenige Kirchen in Deutschland, deren Innausstattung so gut erhalten ist wie die St Valentinus Kirche in Kiedrich. Der Bau beginnt etwa im Jahr 1300. Um 1350 werden Reliquien des heiligen Valentin - unter anderem Schutzpatron der Liebenden - vom Kloster Eberbach nach Kiedrich gebracht; eine rege Wallfahrt setzt ein. Aus den Spenden der Wallfahrer finanziert man den prächtigen Ausbau der Kirche, wie er sich heute fast unverändert zeigt.
Das Inventar der Valentinus Kirche stammt fast vollständig aus der Zeit um 1500. Ein besonderes Juwel der Gotik: die geschnitzten Kirchenbänke. Auch die Kiedricher Madonna ist beeindruckend: eine thronende Muttergottes, mit vielwissendem Lächeln und feinen Gesichtszügen.
Als gotischer Dreiklang gilt die musikalische Seite der St. Valentinus Kirche: das Geläut (die älteste Glocke stammt von 1339), die Orgel und der Chorbuben. Die Kiedricher Orgel zählt zu den ältesten noch spielbaren Orgeln der Welt: fast 90% des Orgelprospekts und 80% der 960 Kirchenpfeifen wurden zwischen 1500 und 1520 gebaut. Großartig klingt auf ihr Musik der Gotik, Renaissance und des Frühbarocks. Moderne Musik - also ab Johann Sebastian Bach - dagegen scheint befremdlich. Wie aus einer anderen Zeit gefallen mögen auch die Chorbuben wirken: Drei Sonntage im Monat singen sie jahrhundertealte, gregorianische Choräle: in einem germanischen Dialekt, aufgezeichnet in Form sogenannter Hufnagelnoten.
Direkt auf dem Kirchplatz baut die Stadt 1444 eine Totenkapelle, die heutige Michaelskapelle. Zu den berühmtesten spätgotischen Kirchen am Mittelrhein zählt sie heute ? und als künstlerisch edelstes Beispiel der Gotik in ganz Hessen.
Kontakt
Kath. Pfarramt Kiedrich
Marktstraße 26 // 65399 Kiedrich
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Gottesdienste
Wochenende: Choralhochamt sonntags um 9.30 Uhr