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Jakobsweg - eine Etappe durch Frankfurt

Pilgern vor der Hochhauskulisse
Jakobsweg - eine Etappe durch Frankfurt
Jakobsweg - eine Etappe durch Frankfurt
© Bistum Limburg / MF

Pilgergruß vor St. Leonhard

© Bistum Limburg / DW

Vor dem roten Bauzaun grüßen drei Pilger: An den Muscheln am Kragen oder auf dem Hut sind sie unschwer als Jakobspilger zu erkennen, und das mitten in Frankfurt vor der markanten Hochhauskulisse. Die drei mannsgroßen Bronzefiguren wurden 1990 von der Frankfurter Künstlerin Franziska Lenz-Gerharz geschaffen. Sie stehen vor einem berühmten Kleinod Frankfurts, der St. Leonhardskirche, der ältesten und wohl schönsten Kirche in der Innenstadt, die auf den Mauern einer spätromanischen Basilika aus dem Jahre 1219 steht.

Auch wenn St. Leonhard noch für einige Zeit wegen einer umfangreichen Restaurierung geschlossen bleibt, so nimmt der Jakobsweg von Frankfurt nach Mainz doch hier seinen Anfang. Rasch ist der Pilger von dort am Mainufer, das ihn in westliche Richtung führen wird. Zwei besonders schöne Brücken verlocken dazu auf die andere Mainseite zu wechseln, nach "dribbdebach", wie die Frankfurter sagen: Unterhalb des Römerbergs geht es über den Eisernen Steg, eine 1868 erbaute Fußgängerbrücke aus vernietetem Stahlfachwerk, wenige hundert Meter weiter flussabwärts gibt es die moderne Variante, eine elegant geschwungene Hängebrücke von 1990, den Holbeinsteg, der direkt zu einem der berühmten Museen der Mainmetropole, dem Städel, führt.

Zwischen Museen am Fluß entlang

© Bistum Limburg / DW

Rechts und links der Sachsenhäuser Mainseite finden sich weitere interessante Museen wie auf eine Perlenkette aufgereiht, heißt das Ufer doch nicht umsonst Museumsufer: Angewandte Kunst, Film, Kommunikation, Architektur, Skulpturen aus 5000 Jahren oder die Kunst des 19. Jahrhunderts - alle haben hier ihre Häuser und locken mit Dauer- und Sonderausstellungen jedes Jahr viele tausend Besucher.

Doch die Jakobspilger wenden sich nach Westen und wandern auf durchgängig asphaltierten Wegen, die zu Fuß und mit dem Fahrrad, aber auch mit Rollstühlen oder Kinderwagen gut zu bewältigen sind, Richtung Niederrad. Immer mal wieder lohnt es den Kopf zu drehen und einen Blick auf die Frankfurter Hochhauskulisse und die Fußgänger-, Auto- und Zugbrücken zu werfen, auch ein überdimensionales "Geripptes", ein runder Hochhausturm mit dem klassischen Rautenmuster der traditionellen Frankfurter Apfelweingläser, kommt rechterhand in den Blick.

Zwischen Schiffen auf dem Main und Fußgängern schlängelt sich mein Pilgerradweg durch die pulsierende Stadt. Und ich kann ruhig dabei werden. Das gefällt mir.

Stefanie, 28

Neue Wege - alte Pfade

© Katholische Kirchengemeinde St. Jakobus Frankfurt

Links bleiben die Universitätskliniken zurück, während sich vor den Pilgern ein grüner Uferstreifen erstreckt, gesäumt von alten Bäumen, Grillplätzen und Spielgeräten im Licht- und Luftbad Niederrad, einem städtischen Biotop auf einer etwa 500 m langen, schmalen Landzunge, Ruder- und Sportvereinen, schattigen Kleingärten und immer wieder dem sanft dahingleitenden Fluss. Hinter der Staustufe Griesheim lockt der Biergarten Zum Nussbaum, der täglich ab 12 Uhr deutsche und polnische Spezialitäten mitten im Kleingartengelände von Schwanheim feilbietet.

Dem Jakobsweg haben sich hier sogar die katholischen Gemeinden in Niederrad, Goldstein und Schwanheim angeschlossen, die den Fluss auf der südlichen Mainseite säumen. Mit der Zusammenlegung zu einer Großpfarrei haben sie sich einen neuen gemeinsamen Namen gegeben und heißen jetzt St. Jakobus. Logisch, dass auch viele Mitglieder der 2014 gegründeten Hessischen Jakobusgesellschaft hier residieren, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Jakobsweg von Frankfurt nach Mainz nicht nur bekannter zu machen, sondern auch neu zu bestimmen und wo nötig, neue Wegmarken zu setzen. Denn nicht immer entsprechen die alten Pilgerwege den heutigen Straßen- und Wegenetzen.

In Niederrad liegt die Kirche Mutter vom guten Rat als erste der neuen Pfarrei St. Jakobus am Wegesrand, in Goldstein folgt St. Johannes, in Schwanheim schließlich das erste Etappenziel des Frankfurter Jakobsweges. Die drei Kirchorte machen mit besonderen Programmen von sich reden: Mutter vom guten Rat, Kniebisstr. 27, in Niederrad ist die Offene Kirche, die sich in besonderer Weise als offen versteht, nicht nur als täglich von früh bis spät geöffnet, sondern auch offen für den Stadtteil, für verschiedene Veranstaltungen und Anlässe. In Goldstein verortet sich St. Johannes, Am Wiesenhof 76 a, als Erlebniskirche, wo man im Wortsinne Kirche erleben kann, etwa auf einen alternativen Osterweg oder in besonders gestalteten Gottesdiensten.

© Bistum Limburg / DW

Doch Ziel der ersten Etappe ist nach ca. 8,5 Kilometern Sankt Mauritius in Schwanheim. Zunächst taucht hinter den Bäumen die evangelische Martinskirche auf. Hier sollte man links abbiegen und den Weg zur Fußgängerbrücke wählen, um sicher über die vierspurige Straße nach Alt-Schwanheim zu gelangen. Wer sich auf der Martinskirchstraße nach rechts wendet, erreicht nach kurzer Zeit St. Mauritius, Mauritiusstr. 10, im Zusammenspiel der drei Jakobus-Kirchorte die Familienkirche.

Hier erwartet die Pilger etwas Besonderes: ein Bibelgarten, der täglich von 08:00 bis 20:00 Uhr geöffnet ist und einlädt, biblische Pflanzen aus dem Alten und Neuen Testament zu entdecken, ein Café mobile, das immer donnerstags von 15.00 bis 18.00 zum Verweilen einlädt, aber auch eine Kirchenführung für Pilger im "Maingauer Dom", wenn sie sich zuvor im Pfarrbüro angemeldet haben, oder auch Kaffee und/oder Wasser im Pfarrhaus (bitte klingeln!).

Wer hier noch nicht genug gepilgert ist, kann seinen Weg fortsetzen nach Höchst, wo mit der Justinuskirche die älteste Kirche des heutigen Frankfurter Stadtgebiets zu finden ist (erbaut 830-850), eine der wenigen fast vollständig erhaltenen frühmittelalterlichen Kirchen Deutschlands. Weiter geht es von dort über Zeilsheim, Kriftel, Weilbach, Geißberg und Wicker nach Hochheim und von dort auf dem Jakobsweg nach Mainz.(dw)

Allgmeine Informationen zum Weg

Anfahrt
Auf der Fahrradroute R3, Länge St. Leonhard, Frankfurt-Innenstadt, bis St. Mauritius, Schwanheim 8,7 Kilometer, durchgehend asphaltiert, keine Steigungen, zwei Brücken.

Rückfahrt
Rückfahrt von Schwanheim: ca. 200 m zur Hauptgeschäftsstraße Alt Schwanheim, dieser ca. 600 m folgen zur Straßenbahnhaltestelle der Linie 12, Endstation Rheinlandstraße. Mit der 12 bis Niederrad Bahnhof, dort mit S8 oder S9 Richtung Frankfurt-Innenstadt.

Pfarrei St. Jakobus
Viele Informationen zu Angeboten der Pfarrei St. Jakobus finden sich auf der Internetseite www.stjakobus-ffm.de.

Führungen im Bibelgarten oder in der Kirche St. Mauritius können vorab im Pfarrbüro vereinbart werden Tel.: 069-6780865-70. (Das Büro ist in der Regel vormittags zwischen9.30-12 Uhr besetzt. Mittwochs von 15-18 Uhr)

Frankfurter Museumsufer
http://www.museumsufer-frankfurt.de

Licht- und Luftbad LILU
http://www.lilu-frankfurt.de

Getränke und Snacks mit Zutaten aus überwiegend regionalem, teilweise biologischem Anbau.

Öffnungszeiten:
Ganzjährig täglich geöffnet, 9.00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit

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