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Dienstmagd der Zerbrechlichkeit des Menschen

Pilger feiern erste gemeinsame Vesper und blicken auf Lebenswerk Kaspers
Dienstmagd der Zerbrechlichkeit des Menschen
Dienstmagd der Zerbrechlichkeit des Menschen

Bei einer Vesper am Samstagnachmittag, 13. Oktober, in der uralten Basilika Santa Maria in Trastevere ist die große Pilgergruppe aus dem Bistum Limburg mit etwa 1.500 Teilnehmern zum ersten Mal zusammengekommen. „Es ist fantastisch, hier zu stehen und in so viele glückliche und gespannte Gesichter zu sehen“, sagte Bischof Dr. Georg Bätzing. Er begrüßte die Pilger, die sich per Bus, per Flugzeug allein oder in Gruppen auf den Weg nach Rom gemacht haben. „Es ist Katharina Kasper, die einfache Frau aus dem Westerwald, die uns hier zusammengeführt hat und auf die wir bei unserer Wallfahrt aufschauen“, so der Bischof. Diese einfache Frau werde nun von Papst Franziskus heiliggesprochen.

Katharina berührt die Menschen

„Wir alle haben unsere ganz persönliche Beziehung zu Katharina. Deshalb haben wir uns auf den Weg gemacht, um bei ihrer Heiligsprechung dabei zu sein“, sagte Weihbischof Dr. Thomas Löhr in seiner Predigt während der Vesper. Er beispielsweise sei in einem Krankenhaus geboren worden, in dem Dernbacher Schwestern wirkten. Er habe einen Kindergarten besucht, in dem Dernbacher Schwestern arbeiteten. Als Regens im Limburger Priesterseminar habe er mit Dernbacher Schwestern zusammengelebt und vor 40 Jahren sei er bereits bei der Seligsprechung Katharina Kaspers in Rom dabei gewesen. „Papst Paul VI., der sie seliggesprochen hat, wird morgen zusammen mit ihr heiliggesprochen. Das Mädchen aus dem kleinen Dernbach im Westerwald zusammen mit dem Oberhaupt der universalen Kirche“, freute sich Löhr.

Er griff den Text der Lesung auf, in dem der Apostel Paulus vom Schatz des Glaubens und der Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi, in zerbrechlichen Gefäßen, getragen werde. Dieser Satz erinnere ihn schon lange an Katharina Kasper. Als Frau aus dem Kannenbäckerland im Westerwald habe sie eine Erfahrung davon gehabt, wie zerbrechlich irdene Gefäße seien. „Zerbrechlichkeit fand Katharina bei den Menschen, die unvorstellbarer Armut ausgeliefert waren, vor allem bei den Kindern. Und bei den Kranken“, sagte Löhr. Auch sich selbst habe sie als zerbrechlich erlebt. Das habe sie bescheiden, demütig und erdverbunden gemacht. Katharina sei eine Frau gewesen, die einen Blick für die hatte, die am Boden waren und auf der Erde lagen. „Sie war eine Arme Dienstmagd mit beiden Beinen auf der Erde. Das ist Katharina. Das macht es möglich, sie nicht nur wertzuschätzen, sondern zu lieben“, so der Weihbischof.

Gott strahlt im Zerbrechlichen auf

Katharina selbst habe die Menschen und habe Gott geliebt. Ihr eigenes Tun hielt sie nie für groß, sondern immer nur Christus. Dies sei ihre tiefe geistliche Erkenntnis, ihre Spiritualität gewesen. „Nachfolge Jesu ist mehr als Nacheifern eines Idols. Es ist ein Weg, auf dem wir als irdene Gefäße erkennen, wie zerbrechlich wir sind und erkennen, dass darin Gott aufstrahlt“, sagte Löhr. Die Sorge für die zerbrechlichen Menschen gelte wirklich allen Menschen. Alle Sprachen, alle Nationen, alle Kontinente, ohne jede Einschränkung seien in dieser göttlichen Sorge und Liebe eingeschlossen. Die Heiligsprechung ermögliche die Verehrung Katharinas auf der ganzen Welt.

© Bistum Limburg
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